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erato presse 29

Michael Speier Krzysztof Jarzêbiñski
Scherbenschnitte [Sign. Ausgabe in 49 Ex.]
Gedichte • Zeichnungen

48 Seiten 24 x 14 cm Japanische Broschur
ISBN: 978-3-87008-128-7
49,80 € [D] / 51,20 € [AU] / 85,00 sFr


Menge:



Der neue, sechste Gedichtband von Michael Speier entwickelte sich aus einem gemeinsamen künstlerischen Impetus zwischen Wort- und Bildkünstler, der inneren Nähe zu einem selbstgewählten Thema. Der Autor bezeichnet das gemeinsame Verfahren als »Aufschneiden, Auftrennen von Bildern«. Im Umgang mit seinen Sprach-Rohlingen bedeutet dies: Inhalte treten in oft harten Schnitten zueinander, die entstehenden ‘Schnittflächen‘ ergeben eine veränderte, manchmal ‘rohe‘ (cru) sprachliche Situation. Der Schnitt ist die Form. So erscheinen die Texte als ebenso offen für rhythmisch Geprägtes wie für das Hin-Gesagte, für Zuruf und Fragment. Es ist eine Art »kubistisches Verfahren«, das ganz konkret neue, ungewohnte, dennoch sehr präzise Sprachbilder schafft, oftmals ausgehend von realen, von imaginierten Bildvorstellungen oder auch von solchen, die uns aus der europäischen Literatur vertraut sind. »du mußt die orte nennen nicht die nähen/du mußt die fernen/ entfürworten«, heißt es in einem an Hölderlin gemahnenden Gedicht (»Hälftig 1«). Zweifellos gehört Michael Speier zu jenen Dichtern, deren Sprache Sein schafft, Energiefelder der Sprache sui generis.

Die Arbeiten von Krzysztof Jarzêbiñski antworten dem sprachlichen »Schnittverfahren«. Seine Zeichnungen verwenden ausgewählte Fragmente früher entstandener, spontaner Skizzen. Gegeneinander versetzt, bilden sie Flächen mit zueinander-, wie auseinanderstrebenden Strukturen. Sie zeigen aber Entgegen-Setzungen nicht nur, indem sie »Scherben«, d.h. Bruchstücke früherer Arbeiten verwenden, sondern gehen auch motivisch von Gebrochenem, Zerbrochenem oder Verworfenem aus.