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erato presse 28

Ales Rasanaŭ
Zeichen vertikaler Zeit
Poeme Versetten Punktierungen Betrachtungen
Aus dem Weißrussischen übertragen von Elke Erb nach der Rohübersetzung von Norbert Randow

224 Seiten 24 x 14 cm Kartoniert
ISBN: 978-3-87008-124-9
20,00 € [D] / 20,50 € [AU] / 35,50 sFr



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Der weißrussische Autor Ales Rasanaǔ debütierte in der von politischer Stagnation bestimmten nachstalinistischen Restaurationsperiode. Es handelt sich um programmatische Texte über die Wiedergeburt der weißrussischen Poesie aus dem Geist existentieller Freiheit. Mit Vehemenz verteidigt er das Recht des Dichters auf immer neue Wege der Kunst, darin eingebunden seine Melancholie und Klage über das Martyrium einer nach wie vor unterdrückten weißrussischen Elite durch die russische Vorherrschaft.

Rezension
Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen mag. Die von Elke Erb und Norbert Randow wunderbar komponierte und ins Deutsche übertragene Auswahl umfaßt die ganze Bandbreite von Rasanaǔs lyrischem und aphoristischem Schaffen. Das Staunen, das einen bei der Lektüre überkommt, gilt dabei zweierlei: der elementaren Kraft der Texte sowie der Frage, wie diese, größtenteils in sowjetischen Zeiten entstanden, die Hürde der Zensur nehmen konnten. Denn Rasanaǔs Naturmystizismus ist so wenig bodenständig-naiv, wie seine Reflexionen didaktisch sind. Ein Dichter jenseits der Vereinnahmung, der seinen Sinnen und der Sprache vertraut der bei der Suche nach dem Wesen des Seins auf die Bibel, auf Heraklit und Kasimir Malewitschs „Schwarzes Quadrat“ rekurriert.
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung