Suche

 

 

 

 

 

 

 

Druckversion

erato presse 18

Gregor Laschen (Hrsg.) Manfred Schlösser (Hrsg.)
Der zerstückte Traum
Für Erich Arendt zum 75. Geburtstag mit über 80 international bekannten Autoren und Künstlern

272 Seiten 15 Abbildungen Engl. Broschur
ISBN: 978-3-87008-082-2
22,00 € [D] / 22,60 € [AU] / 39,00 sFr

Menge:


Die aus Anlaß des 75. Geburtstages Erich Arendt herausgegebene Festschrift gliedert sich in vier Gruppen. Aus verschiedenen Autoren versuchen u.a. Bernd Jentzsch, Fritz J. Raddatz, Ton Naajkens und gerhard Wolf - Arendts Standort der Gegenwartsdichtung und der Entwicklung der ehemaligen DDR-Literatur auszumachen. Persönliche Erinnerungen an den Freund und Kollegen zeichnen Adolf Endler, Hans J. Frohlich, Tilo Medek und viele andere auf, wobei der Eigenanteil des Autors Arendt in einem Gespräch mit dem Heausgeber Manfred Schlösser weitreichende Einblicke in das Schaffen eines typischen deutschen Emigrantenschicksals gewährt. Prosa und gedichte stellten internationale Autoren zu Verfügung, so Raffael Alberti, Thomas Brasch, Volker Braun, Daltschew, Erich Fried, W.H. Fritz, Rolf Haufs, Sarah Kirsch, Karin Kiwus, Horst Krüger, Günter Kunert, Reinhard Lettau, Ernst Meister, u.a.

Erich Arendt (1903-1984) gehörte vor der Wende neben Johannes Bobrowski und Peter Huchel zu den bedeutendsten Lyrikern der Nachkriegsliteratur in der ehemaligen DDR. Erste Gedichte erschienen im „Sturm“. Im März 1933 verließ er Nazideutschland, beteiligte sich am spanischen Bürgerkrieg und verbrachte seine Exilzeit bis 1950 in Kolumbien.
Seine Dichtungen erschienen zunächst ausschließlich in der DDR, ab 1976 auch im Agora- Verlag, insbesondere das hermetische Spätwerk „Memento und Bild“, „Zeitsaum‘ und „entgrenzen“, ein Tagebuch von 1929 sowie ein Hommage Band.
Arendt wurde von der Fachkritik als von Hölderlin kommend neben Saint-John Perse oder Paul Celan rubriziert, doch sein lyrisches Schaffen ist keiner Richtung zuzuweisen. Es ist sensuell vital, zugleich intellektuell distanziert, surrealistisch metaphernreich und zugleich zutiefst klassisch in seiner Gestaltung. Arendt schien politisch engagiert, blieb dennoch stets zutiefst privat, kompromißlos auf der Suche nach der sich wandelnden Wahrheit unseres Zeitalters. Als Übersetzer wurde er durch die Herausgabe des Gesamtwerkes von Pablo Neruda bekannt. Der Herausgeber Manfred Schlösser erarbeitet im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine sechsbändige Werkausgabe.

Rezension
Arendt gehört mit diesen Dichtungen in die Reihe und zur Generation visionärer, bild- und sprachmächtiger Dichter... lyrische Tugenden haben in seinem Werk überlebt, unter ihnen: dialektische Vielfalt und bildhafte Sinnlichkeit, Mut zum Träumen und Schweigen in Assoziationen. Sprache hat hier mit anderen Worten noch metaphysisches Eigenleben.
Stuttgarter Zeitung



Schlössers Huldigungsbuch vereint Akribie der Interpretation mit poetischem Zuruf.
Krolow, FAZ