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agora schriftenreihe 33

Heinrich Eduard Jacob
Der Zwanzigjährige
Ein symphonischer Roman
Nachwort von Hannes Schwenger

300 Seiten 21 × 12,5 cm Leinen
ISBN: 978-3-87008-106-5
18,00 € [D] / 18,50 € [AU] / 32,00 sFr



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Heinrich Eduard Jacob (1889-1967) schrieb diesen "synophonischen Roman" noch vor dem ersten Weltkrieg. Überarbeitet erschien er erst 1918 in dem damals renommierten Georg Müller Verlag und erreichte schon im Erscheinungsjahr die zweite Auflage. Mit ihm begann eine Schriftstellerlaufbahn, die meist und zu Unrecht nur mit den vielgelsenen Sachbüchern des Autors in Verbindung gebracht wird.
Die autobiografische Liebes- und Leidensgeschichte eines zwanzigjährigen "Werther in Berlin" - so Herbert Jhering über das Buch - spielt im Jahr 1910. Sie schildert die Bewußtwerdung des ekstatisch schwärmerischen Jünglings, der - skeptisch und pragmatisch zugleich - sich mit der Forderung Nietzsches nach kompromißloser Hingabe an das künstlerische Werk und seiner Liebe zu einem Mädchen aus jüdischem Haus auseinadnersetzt. Er entscheidet sich für beides.
Die handlung spielt überwiegend in berlin, rund um die Potsdamerstraße. Der Roman steht damit am Anfang einer langen Reihe von berlin-Romanen in der deutschen Literatur, deren Höhepunkt Döblins "Berlin Alexanderplatz" ist. Jhering bezeichnet das Berlin des Zwanzigjährigen zu Recht als ein "Gleichnis der Großstadt überhaupt. Dies berlin liegt nicht in der Mark, nicht einmal in Deutschland, sondern in dem neutralen Weltteil einer geistigen Sinnlichkeit. Es steht nicht in der Gegenwart, sondern in einer bildhaften Zeit, trotz Hochbahn, Telefon und Telegrafie ebenso nah hellenischer und römischer Antike wie amerikanischer Zukunft."
Mit dieser Einschätzung ist dem Roman die Aktualität attestiert, die ihm zukommt und die eine allgemein gültige Seelenlage junger Menschen wiedergibt. Der Verlag setzt mit diesem von Hannes Schwenger wiederentdeckten Band seine Reihe von Texten fort, die die Großstadt Berlin als Schauplatz haben.

Rezension
Die Wiederauflage dieses Erstlings erinnert an einen Dichter, der alles ausprobierte: den Expressionismus, die neue Sachlichkeit und schließlich den Künstlerroman. In seinem Berlin ist alles so grell, so fiebrig wie die Malerei Kirchners oder Beckmanns.
Frankfurter Neue Presse