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erato presse 25

Jochen Winter
Die diamantene Stunde

72 Seiten Engl. Broschur
ISBN: 978-3-87008-115-7
14,80 € [D] / 15,20 € [AU] / 23,50 sFr


Menge:



Schon in seinem ersten im Agora Verlag erschienenen Gedichtband orientierte sich Jochen Winter (1957) ganz jenseits der eigenen Person an der Sphäre des Lichten, Kosmischen. In einer Adagio-Bewegung eröffnen die streng komponierten Gedichte den Raum. Ein dunkler, sanfter Klang umgibt die wiederkehrenden Worte, als wären sie mythische Gelenke, die zu den Tiefen eines verschollenen Seins führen. Angesichts ständiger planetarischer Katastrophen, in einer Epoche der Desorientierung und des Umbruchs, erhellen diese Gedichte blitzartig den Zwiespalt heutigen Bewußtseins, das elementares Leben verneint, ja vernichtet, zugleich aber seine eigene Läuterung ersehnt.

Rezension
Winters Gedichte sind ein erlesenes Wild für jagende Interpreten. Ihre Filiation sei mit Namen wie Pound, Saint-John Perse, Ungaretti, Neruda angedeutet Dichterische Erfahrung ist hier die ganz andere Erfahrung: Dichtungswelt ist Anderswelt: eine Antirealität aus Antielementen der vorgefundenen Realität; ihre Sprache ist sowohl Aussen- wie Innenform des dichterischen Seins. Er schafft „schöpft“ (in Heideggers Wortverständnis) eine Welt durch Sprache hinein... Winters Gedichtwerk ist eine Sphäre, um lange darin zu verweilen, es ist ein Lebensbuch für Geduldige. Seine Sprache ist bei aller Mehrdeutigkeit stets genau.
Dominik Jost, Neue Zürcher Zeitung