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agora schriftenreihe 17/18

Carl Gustav Carus
Denkwürdigkeiten aus Europa
Zu einem Lebensbild zusammengestellt von Manfred Schlösser

830 Seiten Dünndruck
ISBN: 3-87008-006-X
56,00 € [D] / 59,00 € [AU] / 87,00 sFr


wenige Restexemplare!

Denkwürdigkeiten aus Europa als ein Art autobiografische Skizze aus den Schriften, Tagebücher und Briefen des Arztes und Gelehrten, des Schriftstellers und Malers Carl Gustav Carus (1789-1869) meint die Beschwörung einer hohen Persönlichkeit in ihrem Selbstporträt, wie sie uns heute kaum noch vorstellbar ist. Als „außerordentlich“ bezeichnete Goethe die Vielseitigkeit dieses Mannes, der nicht nur ein umfangreiches Oeuvre von wissenschaftlichen Arbeiten hinterließ, (worunter seine „psychologischen Vorlesungen“ und seine „Symbolik der menschlichen Gestalt“ gerade in unseren Tagen neue Bedeutung gewinnen), sondern der auch in unzähligen Erinnerungen und Reisebeschreibungen ein aufschlussreiches Bild vom kulturellen und politischen Leben der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwarf.
Mit Wehmut lesen wir vor allem die Kapitel über seine jahrzehntelange Wirkungsstätte Dresden, die Stadt, welche unter der Regentschaft von Friedrich August II. und König Johann eine wahre Kolonie europäischen Geistes war, heute zur Provinz herabgesunken ist. Besonderes Interesse dürften die Erinnerungen an Ludwig Tieck, Caspar David Friedrich, Alexander von Humboldt und Goethe, an Wagner, Mendelssohn, Paganini sowie an die berühmte Schröder Devrient und Frau von Lüttichau, die Seele der literarischen Salons, und unzählige andere hervorrufen. Darüber hinaus ist es von großem kulturhistorischen Wert, nachspüren zu können, was ein so universaler Geist wie Carus auf seinen Reisen durch die Schweiz, Italien, Deutschland, Frankreich und England sah, wie er es sah, und was ihm verborgen blieb, zu einer Zeit, als Burckhardts »Cicerone« noch nicht erschienen war. Klar, sachlich, nur gelegentlich von emotionalen Ausbrüchen aufgelöst, mit feinem Humor und immer erstaunlich sicher im Urteil präsentiert uns Carus seine Beobachtungen, die in den Fluß eines zu voller Entfaltung und Einheit gekommenen Lebens gebettet sind. Ein wahres Dokument an tiefen Gedanken und Einsichten.
In einem umfangreichen Anhang werden die über 800 genannten Personen biographisch aufgeschlüsselt, wichtige Textstellen durch Anmerkungen ergänzt und ihre Quellen nachgewiesen, so daß dieses Bekenntnis eines Humanisten des 19. Jahrhunderts auch wissenschaftlich bedeutsam genannt werden darf. Ein Register erleichtert das Auffinden von Textstellen.