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Rudolf Schlichter

Rudolf Schlichter (1890-1955) gehört neben Otto Dix und George Grosz zu den bedeutenden sozialkritischen Zeichnern der Weimarer Republik. Er war Mitglied der „Novembergruppe“, der Berliner Dadaisten sowie der „Roten Gruppe“. Unter den Nazis hatte er Ausstellungsverbot. Seine hier wiedergegebenen Zeichnungen entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Autor und sind voll in den Text integriert.

Rudolf Schlichter wird am 6. Dezember 1890 in Calw als sechstes Kind eines Lohngärtners geboren. Ab 1904 absolviert er in Pforzheim eine Lehre als Emailmaler und besucht anschließend, von 1907 bis 1910, die Kunstgewerbeschule in Stuttgart. Bis 1916 setzt er sein Studium an der Kunstakademie in Karlsruhe fort. Er wird zum Kriegsdienst eingezogen, nach einem Hungerstreik jedoch wieder entlassen und kehrt nach Karlsruhe zurück. 1919 übersiedelt er nach Berlin und wird Mitglied der revolutionären "Novembergruppe", schließt sich dann den Dadaisten und später der KPD an. 1920 tritt er aus der "Novembergruppe" aus, 1924 wird Schlichter Schriftführer der kommunistischen Künstlergemeinschaft "Rote Gruppe".
Schlichter gilt schon bald als einer der Hauptvertreter der Neuen Sachlichkeit; Bert Brecht, Alfred Döblin, Oskar Maria Graf, Erich Kästner und Egon Erwin Kisch gehören zu seinem Freundeskreis. Zeichnungen und Illustrationen für verschiedene Verlage sichern in dieser Zeit seinen Lebensunterhalt. Ende der zwanziger Jahre zieht sich Schlichter aus der Arbeiterbewegung zurück und verkehrt mit konservativen Intellektuellen wie Ernst Jünger und tritt wieder in die katholische Kirche ein. Eine regimekritische Zeichnung, die Schlichter für die katholische Jugendzeitschrift "Junge Front" fertigt, führt 1934 zum Ausschluß aus der Reichskammer der bildenden Künste, andere Werke von Schlichter werden beschlagnahmt und in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. In seinem Frühwerk bearbeitet Schlichter großstädtische Motive, Straßenszenen, Bohème und Unterwelt, Portraits und Erotisches sind seine bevorzugten Sujets. Sein Nachkriegswerk ist surrealistsich geprägt. Am 3. Mai 1955 stirbt er in München.


Weiterführende Links:
• In Menschenhaut Aus Menschenhaut