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Karl Hofer

Karl Hofer ist 1978 in Karlsruhe geboren und 1955 in berlin gestorben.
Aber Tag und Nacht hatte ich keinen anderen Gedanken, als Künstler zu werden." Karl Hofer, der nach dem frühen Tod des Vaters zunächst bei seinen Tanten in Karlsruhe aufgewachsen war und mit zehn Jahren ins Waisenhaus kam, verspürte schon früh den Drang, sich künstlerisch zu äußern. Die Mutter des Freundes Leopold Ziegler verhalf ihm nach abgeschlossener kaufmännischer Ausbildung zu einem Stipendium an der Kunsthochschule in Karlsruhe. Dort lernte er Rudolf Emil Weiß kennen, mit dem er bis zu dessen Tode und darüber hinaus mit dessen Frau, der Bildhauerin Renée Sintenis , befreundet blieb.
Ohne bereits eine Malklasse in Karlsruhe besucht zu haben, erreichte es Hofer im Jahre 1899 bei Ludwig Thoma in München als Meisterschüler aufgenommen zu werden. Leopold Ziegler war es auch der ihn mit Hans Reinhard bekannt machte und damit in dessen Vater Theodor Reinhard zu einem Mäzen verhalf, der ihn von 1901-19 von materiellen Sorgen befreite, und ihm so die malerische Entwicklung erleichterte. 1903 beendete Hofer sein Studium in Stuttgart als Meisterschüler Leopold von Kalckreuths und ging anschließend - nach der Heirat mit Mathilde Scheinberger in Wien - nach Rom, um sich dem Studium des menschlichen Körpers zu widmen. 1907 beschloß Hofer, beeindruckt durch Cézannes Malerei, nach Paris umzusiedeln. 1910 und 1913 reiste er mit den Söhnen Reinhards nach Indien, die Familie besaß dort Faktoreien. Nachdem der Vertrag zwischen Reinhard und Hofer ausgelaufen war, ging Hofer nach Berlin und konnte sich dort sehr schnell etablieren. So wurde 1914 die bis dahin größte Hofer-Ausstellung bei Paul Cassirer eröffnet.
Den Sommerurlaub in diesem Jahr verbrachte Hofer, wie die Jahre zuvor, in Ambleteuse in der Bretagne. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde er in ein Internierungslager verbracht. Erst drei Jahre später wurde er aus der Gefangenschaft in die Schweiz entlassen. Nach Berlin zurückgekehrt erhielt er 1920 zunächst einen Ruf als Lehrbeauftragter an die Kunsthochschule in Berlin-Charlottenburg. Die folgenden Jahre waren für Hofer sehr erfolgreich. 1928 richtete die Berliner Secession Hofer eine Einzelausstellung aus. Die Sommerlichen Aufenthalte in Caslano im Tessin - Hofer hatte dort ein Haus erworben - wo er sehr intensiv malte, wechselten sich mit dem Lehrbetrieb und kulturellen Leben der Großstadt Berlin ab. Zwischen 1932 und 1939 verbrachte er regelmäßig das Sommerhalbjahr im Tessin.
1930 war Karl Hofer einer der ersten Maler, die von den Nationalsozialisten attackiert wurden, er wehrte sich in leidenschaftlichen Gegenreden. 1933, wenige Monate nach der Machtergreifung Hitlers, entzogen ihm die Nationalsozialisten das Lehramt an der Hochschule und vier Jahre später schlossen sie ihn aus der Akademie der Künste aus. Hofer zog sich mehr und mehr zurück und widmete sich seiner Malerei, während ihm einige Sammler treu blieben. Die Galerie Nierendorf wagte es 1938, eine halb illegale Ausstellung zu Hofers 60. Geburtstag zu veranstalten.
In den Kriegsjahren formulierte Hofer neben der Malerei seine Kunsttheoretischen Gedanken. Der Maler, der sich kurz vor Kriegsende dem Tode nahe fühlte, mobilisierte nach der Kapitulation ungeheure Kräfte. Gemeinsam mit Nerlinger gab Hofer die Zeitschrift Bildende Kunst heraus. Seinen ganzen Ehrgeiz steckte er in den Wiederaufbau der Hochschule der Künste. Es gelang ihm, Künstler wie Max Kaus, Waldemar Grzimek, Karl Schmidt-Rottluff, Reneé Sintenis und andere an die Hochschule zu verpflichten. Durch seine kritische Haltung zu allen politischen wie künstlerischen Gruppierungen geriet er leicht ins Kreuzfeuer der Disputanten. Im Streit um die gegenständliche und ungegenständliche Malerei stilisierten ihn die Vertreter der abstrakten Malerei zum Gegner und attackierten ihn sehr stark.
Darüber gab Hofer sein Amt an der Hochschule schließlich auf und starb kurze Zeit darauf.


Weiterführende Links:
• Rumpumpel