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Adolf Diamant

Adolf Diamant wurde 1924 in Chemnitz geboren und war in seiner Jugend Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung: 1938 wurde er wegen seines jüdischen Glaubens von der Schule verwiesen, ein Jahr später folgte die erzwungene Umsiedlung ins Ghetto des polnischen Lodz. 1944 wurde die Familie Diamant ins KZ Auschwitz deportiert, beide Eltern wurden dort ermordet. Die Nazis verfrachteten Adolf Diamant von Auschwitz als Zwangsarbeiter zum Automobilkonzern Büssing in Braunschweig, wo er Anfang 1945 durch Amerikaner befreit wurde.
Nach Kriegsende blieb Diamant zunächst in Deutschland, meldete sich aber 1948 freiwillig zum israelischen Befreiungskrieg und rückte mit den Truppen in Beer-Schewa und Eliath ein. Trotz der furchtbaren Erinnerungen an seine Heimat kehrte er Anfang der 50er Jahre nach Deutschland zurück. Diamant begann, sich als Journalist zu engagieren.
1970 gab er dann die „Chronik der Juden in Chemnitz“ heraus – der Beginn seiner einflussreichen Karriere als historischer Autor. Mit seinen Buchdokumentationen gelang Diamant eine umfangreiche Aufarbeitung jüdischer Spuren. In seinen vielen Werken vermittelt er tiefe Einblicke in die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Gemeinden in Deutschland. Doch sein Schaffen beschränkt sich nicht auf die Rekonstruktion der Shoah: Auch das erschreckende Ausmaß von Schändungen jüdischer Friedhöfe zwischen 1945 und 1999 wies er in einem Werk nach. Mit Adolf Diamant wird ein wichtiger jüdischer Historiker geehrt, der sich durch seine zahlreichen Veröffentlichungen als unerschrockener Mahner etabliert hat.
Tim Farin

Der jüdische Historiker und Journalist Adolf Diamant ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Bundespräsident Johannes Rau überreichte Diamant die Medaille, um seine Verdienste in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu würdigen. In seiner Laudatio bezeichnete Rau den Holocaust-Überlebenden als couragiert und unbeugsam. Bereits 1987 war Diamant vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker mit dem Verdienstkreuz am Bande bedacht worden, weil er sich in besonderem Maße um die Aufarbeitung antisemitischer Verbrechen auf deutschem Boden bemüht hat. Diamant lebt heute in Frankfurt.


Weiterführende Links:
• Chronik der Juden in Dresden