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Heinrich Eduard Jacob

Heinrich Eduard Jacob - Eric Jens Petersen (Pseudonym)(Berlin 1889-1967 in Salzburg) studierte Germanistik, Geschichte, Literatur- und Musikwissenschaften an der Universität von Berlin, unter anderem bei Erich Schmidt ("Lessing-Schmidt"), Max Friedlaender und Wilhelm Klatte. Am 8. November 1909 im Zuge der Veranstaltung in Neumanns Festsälen Mitgliedschaft im "Neuen Club" von Kurt Hiller. - 1910 Theaterkritiker des Charlottenburger Wochenblattes "Herold". 1912 Mitarbeiter (evtl. Leiter des Feuilleton) der Berliner Wochenzeitschrift "Deutsche Montags-Zeitung". Dramaturgischer Berater von Prof. Max Reinhardt. - 1927 in den Vorstand der "Kleiststiftung" gewählt. 1928 Mitglied der "Deutsch-Französischen Gesellschaft e.V., Berlin. Im Februar 1928 wurde die Ortsgruppe Wien der "Deutsch-Französischen Gesellschaft" gegründet. Im Ehrenkomitee befanden sich neben Heinrich Eduard Jacob der Chefredakteuer der "Neuen Freien Presse" in Wien, der Verleger Paul von Zsolnay sowie Arthur Schnitzler. Mitglied des "P.E.N.-Clubs" und des "Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller". Auch Mitglied des Exil-PEN.
Vom 01. Oktober 1927 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in Deutschland leitete er das Mitteleuropäische Büro des "Berliner Tageblatts" in Wien; war dessen Auslandskorrespondent für vieressorts: Theater- und Musikkritik, Politik und Feuilleton. 1957 Mitglied der "Stefan Zweig-Gesellschaft" in Wien, zugleich gehörte er dem Gründungskomitee dieser Gesellschaft an. Wohn- und Arbeitsorte waren hauptsächlich Berlin, Wien, New York, Paris, London, Zürich, Stockholm, Budapest, Prag, Rio de Janeiro u.v.a.m. 8.
1933 verlor Heinrich Eduard Jacob seine Stelle als Chefkorrespondent des "Berliner Tageblatts" in Wien. Seine Werke standen auf der ersten "Schwarzen Liste" der Nazis (auf dem Gebiet der schönen Literatur umgehend sein Roman BLUT UND ZELLULOID) und fielen der Bücherverbrennung des 10. Mai 1933 zum Opfer. Fortan lebte Jacob als "freier" Schriftsteller in Wien, bis er im Dezember 1935 im Zuge einer Anklage gegen seine Mutter und Schwester verhaftet wurde. Der sich anschließende Prozess endete am 10. Februar 1938 zwar mit einen Freispruch für ihn, zwischen dem Frei­spruch und dem Einmarsch Hitlers Wehrmacht in Österreich lagen nur vier Wochen, also viel zu wenig Zeit, um noch etwas für die Emigration zu unternehmen, zumal die Staats­anwaltschaft gegen das Urteil noch eine Nichtigkeitsbeschwerde führte. Bedingt durch den politischen Umsturz wurde HEJ am 22. März 1938 von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) erneut verhaftet und in "Schutzhaft" genommen.
Am 1. April 1938 war Jacob beim "1. Wiener Transport" von "Schutzhäftlingen" ins Konzentrationslager Dachau - dem sogenannten Prominentenzug - dabei.
Mit dabei beim 150 Personen umfassenden Transport waren z.B. Raoul Auernheimner, Leopold Figl, Viktor Matejka, Anmand Eisler, Heinrich Sussmann und Bruno Heilig. Danach kam er ins KZ Weimar-Buchenwald. Auf Betreiben seiner umsichtigen und klugen Frau Dora, wie deren ganze Familie und eines amerikanischen Onkels (Michael J. Barnes, Bruder der Mutter Jacobs), "reklamierten" die Vereinigen Staaten von Amerika HEJ, so dass er am 10. Januar 1939 Buchenwald verlassen konnte.
In Verbindung mit der Anklage gegen seine Mutter und Halbschwester wurde die mehrere tausend Bände umfassende Bi­bliothek gepfändet und kam im Wiener "Dorotheum" zur Ver­steigerung. Jacob war damit sein "Handwerkszeug" genommen. In diesem Zusammenhang und der sich anschließenden KZ-Internierung verlor Jacob auch den größten Teil seiner bis dahin geführten Berufs- und Privatkorrespondenz. 1953 kehrten Dora und Heinrich Eduard Jacob aus dem amerikanischen Exil zurück und trafen im fran­zösischen Le Havre ein. Deutschen Boden betraten sie erstmals wieder am 16. Juni 1953. Danach hielten sie sich hauptsächlich in London, Zürich, Hamburg, Frankfurt/M., München, Berlin und Salzburg auf.


Weiterführende Links:
• Der Zwanzigjährige